Kategorien
Selbstmanagement

3 alternative Wege, um freie Stellen zu finden

Stellenanzeigen in Jobbörsen sind immernoch der klassiche Weg, den die meisten von uns nutzen, wenn es darum geht, freie Stellen und neue Jobs zu finden. Tatsächlich muss man in Deutschland allerdings rechnen, dass nur ein Drittel der freien Stellen über Online oder Printmedien veröffentlicht werden. Zwei Drittel der Stellen finden also niemals den Weg in die gern genutzten Stellenportale.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum Einen kostet eine solche Stellenanzeige nicht nur Geld in Form von Gebühren für das Schalten auf diversen Jobportalen, sondern auch Zeit in der Erstellung einer passenden Vakanz. Mit dem Schalten der Stellenanzeige beginnt jedoch der lange Prozess erst, denn nun folgt der ganze Bewerbungsmarathon inkl. verschiedenen Gesprächen, Terminkoordination, Vertragsverhandlung und vielen weiteren Aufgaben. Nicht jedes Unternehmen hat genug zur Verfügung stehende Ressourcen, um den Bewerbungsprozess über solche Stellenportale zu gestalten.

Zum Anderen kann die schnelllebige Dynamik auf dem Arbeitsmarkt dazu führen, dass Kandidaten für freie Stellen bereits im Vorhinein feststehen und Stellen somit nicht ausgeschrieben werden. Das muss allerdings nicht unbedingt heißen, dass diese Kandidate am besten auf die freien Stellen pasen. Es kann auch einfach so sein, dass Zeit und Aufwand gespart werden, weil das Unternehmen diesbezüglich unter Entscheidungsdruck steht und „schnell jemanden braucht“.
Im öffentlichen Dienst und manchmal auch in der Privatwirtschaft herrscht eine Ausschreibepflicht, bei der es dann zu Pro Forma Ausschreibungen kommen kann. Das heißt, eine Stelle wird ausgeschrieben, obwohl der Kandidat bereits feststeht. Wer sich auf eine solche Stelle bewirbt, verschwendet also meistens leider seine kostbare Zeit.

Um deine Zeit gewinnbringend einzubringen und nicht zu der Mehrheit zu gehören, die sich ausschließlich auf Stellenangebote verlässt, möchte ich 3 alternative Wege mit dir teilen, wie du freie Stellen finden kannst.

1. Netzwerk

Es wird dir dir wahrscheinlich nicht neu vorkommen, dass ein Großteil der verdeckten Stellen über Kontakte vergeben wird. Selbst falls du dir denkst, du hast kein Netzwerk, kennst du mehr Menschen, die dir helfen könnten, als du glaubst. Indem du offen in deinem Umfeld über deine Jobsuche sprichst oder einfach bei Bekannten nachfragst, ob in ihrem Unternehmen gerade Mitarbeiter gesucht werden, können sich bereits neue Möglichkeiten ergeben. Sage deinem Umfeld, sie sollen sich bei dir melden, falls ihnen konkrete Stellen oder Möglichkeiten begegnen.


Ein nachhaltig belastbares Netzwerk baust du allerdings auf, bevor du es brauchstt. Daher können dir Fachvorträge, Messen, aber auch Karrierenetzwerke für Frauen, wie zum Beispiel nushu als Platform dienen, um mit neuen Menschen in Kontakt zu kommen. Auch diese Menschen haben einen Arbeitgeber, der potenziell für dich interessant sein könnte und kennen wiederum andere Menschen, die vielleicht eine freie Stelle in ihrem Team zu besetzen haben.
An dieser Stelle sei vorrausgesetzt, dass eine wirkliche Beziehung zwischen euch zustande kommt, denn wahrscheinlich würdest du auch nicht für jeden Wildfremden beim Arbeitgeber die Hand ins Feuer legen. Mit dem Netzwerken solltest du also spätestens heute anfangen, wenn du es noch nicht getan hast. Die messbaren/sichtbaren Benefits werden sich meistens erst mit einiger Verzögerung zeigen.

2. Alltag

Welche Unternehmen befinden sich auf dem Weg zum Supermarkt? Wo bin ich selbst Kunde? Von welchen Unternehmen habe ich Rechnungen? Wo fahre ich täglich mit dem Auto/Fahrrad/Bahn vorbei? Diese Fragen offenbaren Arbeitgeber, mit denen wir im Alltag konfrontiert werden, aber häufig nicht als potenziellen Arbeitgeber abspeichern. Hierzu gehören nicht nur Unternehmen, sondern auch Behörden, Vereine, Institutionen, etc.

Der Alltag bietet also einen weiteren Weg, potenzielle Arbeitgeber zu entdecken. Der nächste Schritt besteht darin, abzugleichen, ob die gefundenen Unternehmen mit den eigenen Interessen und Vorstellungen übereinstimmen. Durch einen Anruf beim Unternehmen im dritten Schritt können dann Informationen über potenziell freie Stellen bzw. den Wunsch einer Initiativbewerbung eingeholt werden.

3. Soziale Medien

Mit einem aussagekräftigen Profil in Karrierenetzwerken wie Xing und LinkedIn kannst du Unternehmen und Institutionen auf dich aufmerksam machen, und somit einen Pull- Effekt auslösen. Dann baruchst du selbst nicht mehr alzu viel tun, sondern Recruiter melden sich bei dir. Hierfür ist es wichtig, die gesuchten und relevanten Keywords im Profil, am besten im Titel zu haben. Eine kurze Vorstellung in der Info Section ist außerdem zusätzlich zum Lebenslauf mit gemachter Berufserfahrung empfehlenswert.

Das Verfassen von Fachartikeln zu Herausforderungen in deiner Branche kann dir bei Unternehmen, falls diese ebenfalls viel auf sozialen Kanälen unterwegs sind, Aufsehen verschaffen. Insbesondere wenn du die Fachartikel so schreibst, dass sie sachlich sind, und gleichzeitig Ausdruck deiner besonderen Fähigkeiten und Ketnisse sind. Hast du als Account Manager eine neue Sales Strategie eingeführt, die zu messbar mehr Kunden geführt hat? Die Einführung und Entwicklung dieser Strategie, der Umgang mit Herausforderugen und die messbaren Ergebnissen können Teil einer Personal Branding Geschichte sein, die du in deinem Feed teilst. Um damit die gewünschte Aufmerksamkeit zu erreichen, ist es wichtig, zuvor Kontakte aus relevanten Unternehmen in dein Netzwerk aufzunehmen und selbst aktiv zu sein, zum Beispiel durch das Kommentieren anderer Beiträge.

Fazit

Die genannten Alternativen zu Jobportalen um freie Stellen zu finden Netzwerk, Alltag und soziale Medien sind alle zeitlich nicht zu unterschätzen. Wer außerdem ein „Problem mit Selbstdarstellung“ hat, der wird keine Freude an einer Jobsuche mit Hilfe von LinkedIn haben. Wie so oft im Leben ist es daher wichtig, dass du deinen eigenen Weg findest, wie du zusätzlich freie Stellen findest, indem du für die reichtige Kombination der oben beschriebenen Wege findest. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei!
Solltest du gerade noch in einem Job stecken und dich fragen, ob du überhaupt auf Jobsuche gehen sollst, lade dir den kostenlosen Kündigungskompass hier herunter. Wenn du zukünftig auf dem Laufenden bleiben möchtest, was Tipps rund um Karriere und Berufsorientierung angeht, trage dich für meinen Newsletter ein.

Kategorien
Karrierecoaching

Wie finde ich den passenden Job? 3 Glaubenssätze, die dich hemmen

Wenn es darum geht, den passenden Job zu finden, machen wir uns oft Druck: Unter der Annahme, es gäbe nur den einen richtigen Beruf, scannen wir unser Umfeld nach dieser einen beruflichen Möglichkeit, dieser einen Leidenschaft. Doch was ist, wenn es mehr als einen passenden Job gibt? Wenn es viele Jobs gibt, die teilweise passen und sich ergänzen können? Aus meiner eigenen Erfahrung und meiner Beobachtung möchte ich drei Glaubenssätze mit dir teilen, die dich auf der Suche nach einem passenden Job hemmen. Wenn du diese Glaubenssätze aufdeckst, kannst du es vermeiden, bei der Jobsuche zu verzweifeln.

„Ich muss meine Berufung finden, um einen passenden Job zu bekommen“

„Finde deine Berufung und dann wirst du glücklich! Was ist deine große Leidenschaft? Finde sie heraus und mache sie zum Beruf und dann ist alles gut“. Diesen Ratschlag hast du vielleicht auch schon gehört. Doch was ist, wenn du keine Leidenschaft hast oder wenn du besonders viele Leidenschaften hast? Durch den Glauben, es gäbe nur diesen einen passenden beruflichen Weg, verschließen wir uns vor anderen Möglichkeiten. Oder wir verzweifeln daran, dass wir diesen einen passenden Job nicht finden können.

Um ein Beispiel von mir zu geben, so habe ich früher immer gedacht, ich müsse unbedingt Beraterin werden. Ich war so sehr auf dieses Berufsbild fixiert, dass ich nicht nach links und rechts geschaut habe und somit keine anderen Möglichkeiten zugelassen habe. Das damit verknüpfte Weltbild ist, dass es einen einzigen passenden Job gibt, den es zu finden gilt.

Doch die Wahrheit ist: Es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten und wir können wählen. Wir müssen nicht von heute auf morgen unsere eine Berufung entdecken. Viel mehr geht es darum, unseren beruflichen Weg kontinuirlich zu hinterfragen und wo nötig anzupassen. Ich kenne in meinem Umfeld einige Menschen, die mehr als einen Job haben. Nicht, um mehr Geld zu verdienen, sondern um all ihre Interessen auszuleben. Kennst du auch solche Menschen?

„Es gibt keinen passenden Job für mich“

Auf der anderen Seite steht der Glaubenssatz „Der Job ist da, um Geld zu verdienen, nicht um sich selbst zu verwirklichen. Es geht nicht darum, einen passenden Job zu finden, weil man davon sowieso nicht leben kann. Was ich in meiner Freizeit gerne mache, ist privat und hat nichts mit dem Beruflichen zu tun. Von einer „Leidenschaft“ wie Kunst, Kreativität oder Geschichte kann man sowieso nicht leben.“

Mit einer solchen Denkweise erlaubst du dir nicht einmal, dass es einen passenden Beruf für dich geben kann. Menschen, die einen für sie passenden Beruf gefunden haben, haben dann einfach nur Glück gehabt oder sind Ausnahmen. Aber für dich kann das nicht gelten.

Glaubenssätze dieser Richtung werden häufig aus dem Elternhaus übernommen: In früheren Generationen stand berufliche Selbstverwirklichung nicht so weit oben in der Prioritätenliste. Damals war es wichtiger, genug Sicherheit in Form von einem Dach über dem Kopf, Essen und Trinken zu gewährleisten. Somit ist ein verständlicher Ansatz, dem Job vor allem das Geld verdienen und die Sicherheit zuzuschreiben.

Doch wie viele berühmte Beispiele zeigen, kann man auch mit einer vermeintlich „brotlosen Kunst“ für seinen Lebensunterhalt sorgen: Joanne K. Rowling ist mit ihren Harry Potter Romanen die erfolgreichste britische Autorin der Gegenwart. Deutschland bringt eine bedeutsame Anzahl an preisgekrönten Künstlerinnen hervor, wie zum Beispiel Anne Imhof, deren Performances sich auf der ganzen Welt großer Beliebtheit erfreuen. Natürlich gehört zu solchen Erfolgen viel hart Artbeit und auch der ein oder andere glückliche Zufall.

„Ich habe das gelernt, also muss ich diesen Job machen “

Kannst du dich noch an die Schulzeit erinnern? Vormittags die Schulbank drücken und nachmittags nach den Hausaufgaben mit den Freunden treffen. Ein sorgenfreies und unbeschwertes Leben meistens. Die Schule hat uns Struktur gegeben, es war klar, was zu ist: Für die nächste Klausur lernen, das Referat vorbereiten, die Hausaufgaben machen.

Nach dem Abitur wird dann erstmal gefeiert, die freie Zeit genossen, vielleicht auch ein Jahr Pause gemacht. Doch irgendwann fragt sich jeder, wie es weitergehen soll. Welches Studium passt zu mir? Oder soll ich lieber eine Ausbildung machen? Eine schwieige Entscheidung, denn jetzt sagt niemand mehr, was zu tun ist. Die Entscheidung wird oft davon beeinflusst, was die Freunde machen oder was die Eltern sagen.

Welche Berufsfelder wirklich in Verbindung mit dem gewählten Studium stehen, und wie diese Berufe dann in der Praxis aussehen, wissen wir häufig nicht, wenn wir uns für ein Studium entscheiden. Somit ist es auch kein Wunder, wenn wir dann plötzlich feststellen, dass ein Beruf ganz anders ist, als wir es uns vorgestellt haben, oder wenig mit den thoretischen Inhalten des Studiums zu tun hat. Es ist also ok, wenn du irgendwann feststellst, dass du jetzt eigentlich gern etwas ganz anderes machen möchtest.

Die Berufswelt der Zukunft wird immer dynamischer. Jobs werden nicht mehr jahrzentelang gemacht, sondern sind im Wandel und ändern sich stetig. Die Anforderungen an unsere Jobs werden immer komplexer. Für Unternehmen wird es gleichzeitig immer schwieriger, langfristig planen zu können und somit werden Jobs auch oft nur noch für küzere (befristete) Zeiträume vergeben. Oft nehmen sich Unternehmen auch die Freiheit, Freelancer zu beschäftigen, die nur für den benötigten Zeitraum engagiert werden.

Dies führt dazu, dass es für viele Menschen „gefühlt“ weniger Sicherheit gibt. Doch auf der anderen Seite gibt uns diese Dynamik die Möglichkeit, viele neue Dinge auszuprobieren und auch als Quereinsteiger neue Berufsfelder zu entdecken. Nur weil du eine Ausbildung in einem bestimmten Feld hast, heißt das nicht, dass du keine Chance hast, in einen anderen Bereich hineinzukommen. Egal, wie alt du bist, wie viel Zeit du schon in ein Studium gesteckt hast, oder was du studiert hast, du kannst immer neu wählen.

Hast du einen dieser 3 Glaubenssätze bei dir identifiziert? Dann ist der nächste Schritt ins Feld der Möglichkeiten einzusteigen und dich selbst anhand von Beweisen davon zu überzeugen, was alles möglich ist. Hol dir den kostenfreien Berufsfinder, um damit sofort loszulegen.

Kategorien
Karrierecoaching

Wie Coaching in der Berufsorientierung unterstützen kann

Du fragst dich, was Coaching eigentlich bringt? Ob dich Coaching wiklich in der Berufsorientierung unterstützen kann? In diesem Artikel teile ich die Erfahrungen einer Klientin, die nicht wusste, was sie beruflich wollte. Sie hat sich dank des Coachings getraut, unpassende Jobangebot auszuschlagen, um dem zu folgen, was sie eigentlich will.

Wann macht Coaching Sinn?

Wenn ich mich bei LinkedIn einlogge, bekomme ich immer mehr Anfragen von Coaches. Es gibt Coaches für vegane Ernährung, fürs Wunschgewicht, um den Traummann zu finden, und zur Zeit besonders beliebt: Coaches, die mir zeigen, wie ich 5-6 stellige Monatsumsätze erziele. Natürlich gibt es solche Coaches auch für die Berufsorientierung, die passende Karriere.

Bei all dem Überangebot (und ja, ich bin selbst Coach) fragst du dich wahrscheinlich auch, warum es so viele Coaches gibt und ob so ein Coaching überhaupt etwas bringt oder ob dir jemand, salopp gesagt „nur das Geld aus der Tasche ziehen will“. Vielleicht bist du auch genervt, weil du täglich eine Anfrage von einem neuen „Coach“ bekommst und möchtest eigentlich gar nichts damit zu tun haben.

Coaching macht dann Sinn, wenn du etwas in deinem Leben ändern möchtest und alleine nicht mehr weiterkommst. Das heißt nicht, dass du für jeden Bereich und Abschnitt deines Lebens einen Coach brauchst und dich ständig optimieren solltest. Sondern Coaching ist insbesondere zu „Tiefpunkten“ in deinem Leben effektiv, an denen du unzufrieden bist und für dich selbst erkennst, dass Veränderung her sollte. Aufrgund der Erfahrungen, die ich mit meinen Klientinnen machen durfte, bin ich davon überzeugt, dass Coaching in der Berufsorientierung sehr viel bewirken kann. Dies sind nämlich typischerweise Phasen in deinem Leben, in denen du Veränderung einleitest. Besonders wirksam ist das Caoching vor allem dann, wenn man dem Prozess Zeit und Vertrauen schenkt und die Eigenverantwortung anerkennt. Solange du aber selbst denkst, dass Coaching nichts bringt, wird es dir wahrscheinlich auch nichts bringen.

Was bewirkt Coaching für die Berufsorientierung eigentlich?

Um dir zu zeigen, wie Coaching wertvolle Ergebnisse in deiner Berufsorientierung produzieren kann, möchte ich mit dir die Geschichte meiner Klientin Rebecca teilen, die ein Trainee Programm bei einem großen deutschen Unternehmen absolviert.

Rebecca’s Herausforderung: „Wenn ich nicht weiß, was ich will, werde ich leicht abgelenkt und komme vom Weg ab. Dann lese ich mir irgendwann meine Notizen durch und denke: Das habe ich mir alles schon einmal überlegt, aber ich bin von meinen Vorstellungen wieder abgewichen. Ich lasse mich von äußeren Ereignissen schnell von meinen persönlichen Präferenzen abbringen.“ Die Fülle an Möglichkeiten führt auch in der Berufsorientierung dazu, dass sich viele Frauen verloren und überfordert fühlen, so wie Rebecca. Hier lässt sich nicht sagen „Viel hilft viel“. Sondern viel kennenzulernen heißt oft eine noch größere Überforderung. Welcher dieser vielen potenziellen Möglichkeiten ist denn nun mein Weg?

An dieser Stelle kann Coaching unterstützen: Durch die Verbindlichkeit, die in einem Coachingprozess entsteht und das Beleuchten der eigenen Persönlichkeit aus verschiedenen Blickwinkeln entsteht ein kraftvolles Selbstbild. Eine genauere Vorstellung von „Ich will…“ und ich Ich will nicht…“ Dieses Selbstbild hilft auch bei der Kommunikation nach außen: Rebecca fällt nun die Abgrenzung leichter: „Dadurch hatte ich auch den Mut, ein Jobangebot abzulehnen, da ich nun wusste, dass dieser Bereich mich weiter von meinen Zielen entfernt, als dass er mich ihnen näher bringt. Ohne das Coaching und die klare Vorstellung, wo ich mich hinentwickeln möchte, hätte ich mich wahrscheinlich nicht getraut, auch mal „nein“ zu sagen.“ Dann wäre Rebecca womöglich wieder von ihren persönlichen Präferenzen abgekommen.

Und was kann Coaching noch?

Manch eine hat also so viele Interessen, dass sie nicht weiß, auf welche der vielen potenziellen Themen sie sich konzentrieren soll. Während die eine den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht, ist es für die andere jedoch das fehlende Wissen über die vorhandenen Möglichkeiten und die eigenen Stärken. Die passenden Zukunftsperspektiven für sich zu finden (neben den Stellenausschreibungen!) und den eigenen Wert kommunizieren zu können. Hier hilft die Selbstreflexion, die durch Coaching kontinuirlich gefördert wird und die durch das Erkennen der eigenen Persönlichkeit auch zu mehr Selbstbewusstsein führt.

Coaching ist also vielfältig und kann an den verschiedensten Stellen eingesetzt werden. Es geht im Grunde darum, die Selbsterkentniss zu erhöhen und in der Umsetzung Erfahrungen zu sammeln. Aufbauend daruf können passende Perspektiven gefunden und die Persönlichkeit in eine gewünschte Richtung entwickelt werden. Durch einen profesionellen Coach hast du jemanden an seiner Seite, der neutral und in deinem Sinne durch den Prozess führt.
Die dadurch gewonnee Selbstkentniss beschränkt sich allerdings nicht nur auf den Beruf, sondern hat auch einen positiven Nebeneffekt. Durch die kontinuirliche Reflexion konnten meine Klientinnen auch im Privatleben ihre Lebensqualität steigern, insbesondere durch eine neue Art und Weise der Kommunikation in ihren Beziehungen.

Kann ich das nicht alleine?

Der seriöse Coachingprozess hat zum Ziel, deine Eigenverantwortung zu stärken, deine Selbstreflexion zu erhöhen und dir Unterstützung dabei zu geben, Klarheit für dich und deine nächsten Schritte zu gewinnen, um somit in die Umsetzeung zu kommen. Dabei kann dir der Coach nichts abnehmen. Du musst bzw. darfst diese Schritte selbst gehen. Die Antwort ist also: Ja, das kannst du im Prinzip alleine, wenn du dich selbst gut reflektieren und orientieren kannst.

Jedoch braucht es dafür manchmal einen Wegbegleiter, der die Antworten, Motivation, Selbsterkentniss gekonnt aus dir heraus holt und dir durch einen Perspektivenwechsel neue Möglichkeiten aufzeigt. Allein das Aussprechen der Gedanken und anschließende Reflektieren kann helfen, Verhaltensmuster zu durchbrechen und auch mal „Nein zu sagen“. Der Coach ist dabei wie gesagt neutral und nimmt nicht die Stellung eines Freundes ein, was die Selbsterkentniss ebenfalls steigert. Gerade an Veränderungspunkten wie der Berufsorientierung kann Coaching dir außerdem Sicherheit für den Übergang geben. Es ist jemand da, der dir voll und ganz zuhört und dich ernst nimmt.

Aus einem guten Coachingprozess gehst du idealerweise also gestärkter hervor und bist noch besser in der Lage, selbst zu reflektieren und auch zukünftige Herausforderungen selbstbewusst zu meistern. Die Frage an dieser Stelle ist, ob du einen Wert in dieser Art der Selbstenfaltung siehst, oder ob das alleine mit dir ausmachen möchtest.

Wie finde ich einen passenden Coach?

Falls du dir Unterstützung wünschst, um mit Coaching mehr Klarheit für die Berufsorientierung zu bekommen, ist die Auswahl des Coaches ein schwieriges Thema. Wie oben bereits angedeudet, ist der Markt sehr voll und manchmal ist es schwierig zu beurteilen, ob eine Person bereits Erfahrung auf dem Gebiet hat. Da es sich um ein „People Business“ handelt, ist es wichtig, dass du mit dem Coach auf einer Wellenlänge bist. Du solltest das Gefühl haben, ihm/ihr alles erzählen zu können und dich öffnen zu können. Deswegen ist es wichtig, in einem ersten unverbindlichen Gespräch zu klären, ob Coach und Klient zusammenpassen.

Wenn du dich nun also an einem solchen Punkt in deinem Leben befindest, an dem du dir Veränderung oder Klarheit über deine beruflichen nächsten Schritte wünschst, schreibe mir eine Nachricht mit deiner aktuellen Herausforderung. Ich werde dir antworten und wir werden in einem Gespräch deinen persönlichen beruflichen Standpunkt definieren und deine nächsten Schritte klären.

Kategorien
Karrierecoaching

Meine Top 3 Tipps für die Berufsorientierung

Unzufrieden im Job, aber was soll ich sonst machen? Laut dem Gallup Engagement Index 2019 haben in Deutschland 69 % der Arbeitnehmer kaum eine emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber. Durch die geringe Verbundenheit ist das Vorankommen des Unternehmens nicht Prio 1 und es wird nur „Dienst nach Vorschrift“ geleistet. 16 Prozent der deutschen Arbeitnehmer haben sogar bereits innerlich gekündigt, von denen ca. 650 000 Mitarbeiter aktiv auf Jobsuche sind. Diese Mitarbeiter stellen sich nun die Frage der Berufsorientierung. Welche Alternativen gibt es, damit der nächste Job eine höhere Zufriedenheit bringt?

Um diese Frage der Berufsorientierung für sich zufriedenstellend zu beantworten, ist es wichtig die Gründe für die fehlende emotionale Bindung beziehungsweise die innerliche Kündigung zu erforschen. Bei den meisten innerlichen Kündigungen ist dies laut Gallup auf eine unzureichende Führung im Unternehmen zurückzuführen. Bei 85% der Befragten würden die Bedürfnisse am Arbeitsplatz nicht oder wenig erfüllt.

Top 3 Tipps für die Berufsorientierung

Tipp Nr. 1 : Kenne dich selbst!

Ein durchweg geringes Erfüllen von Arbeitnehmer Bedürfnissen wirft die Frage nach den Fähigkeiten der Führungskraft auf. Allerdings gibt dies auch einen guten Indikator unserer eigenen Selbstkenntnis. Unternehmen und Tätigkeitsbereiche sind sehr vielfältig. Wenn die eigenen Bedürfnisse nicht erfüllt werden, so sollten man sich selbst die Frage stellen, welche Bedürfnisse man überhaupt hat und in welchen Konstellationen diese realistisch ausgelebt werden können. Braucht es regelmäßige Rücksprachen und Feedback von der Führungskraft oder ist es wichtiger, Freiraum zu haben und möglichst selbst gestalten zu können? Fühlt man sich mit generalistischer Arbeit wohler oder mit spezialisierten Aufgabengebieten, wo man sich als Experte einbringen kann? Sind lange Diskussionen angenehm oder doch lieber Konzeptarbeit, in Ruhe und fokussiert? In all diesen Fragen spiegelen sich Bedürfnisse wieder, sei es das Bedürfnis nach Freiheit vs. Sicherheit. Oder auch die Ausprägung unserer Extraversion, die sich in unseren Vorlieben für verschiedene Arbeitsformen wiederspiegelt.

Wer sich in der Berufsorientierung befindet, sollte sich selbst und seine Bedürfnisse gut kennenlernen, um einen Beruf zu finden, der mit der eigenen Persönlichkeit resoniert. Unzufriedenheit im jetzigen Job kann darauf hindeuten, dass manche Bedürfnisse nicht ernst genommen wurden oder ein Teil der Persönlichkeit nicht zum Ausdruck gebracht werden konnte. Daher ist es wichtig, diese Punkte zu finden und in der Berufsorientierung zu integrieren. Dabei helfen Coachings, Berufs- und Persönlichkeitstests und das Beobachten und Reflektieren der eigenen Persönlichkeit im Alltag.

Tipp Nr. 2: Kenne deine Möglichkeiten!

Der erste Schritt ist getan, man hat sich ehrlich mit sich selbst auseinandergesetzt, kennt seine Bedüfnisse. Nun geht es darum auf Basis seiner Persönlichkeit möglichst viele Alternativen zu finden. Dabei kann der Berufsfinder unterstützen. An dieser Stelle soll nochmal betont werden, dass man häufig nur die Möglichkeiten und Berufe im eigenen Umfeld kennt. Daher ist es empfehlenswert, den Horizont zu erweitern und auch nach links und rechts zu schauen. Konkret heißt das, nicht nur passiv Stellenanzeigen zu durchforsten, sondern neugierig Menschen nach ihren Berufen zu befragen und auch offen über seine Jobsuche zu sprechen. Unternehmen zu suchen, die spannend klingen und dort seine Möglichkeiten auszuloten.

Wichtig bei der Jobsuche ist, die potenziellen Jobs genau kennenzulernen, um den Abgleich mit den eigenen Bedürfnissen so gut wie möglich im Vorhinein vorzunehmen. Dies kann geschehen, indem man mit Menschen spricht, die diesen Beruf bereits ausüben und in Erfahrung bringt, in wie weit die eigene Persönlichkeit diesen Beruf während der Erzählungen gern wahrnehmen würde. Als Inspirationsquelle können auch Interviews mit Personen in verschiedenen Berufen gelten.

Tipp Nr. 3: Lass los!

Nach einer intensiven Beschäftigung mit der eigenen Persönlichkeit und den beruflichen Möglichkeiten, steht die folgende Analyse: In unserer heutigen schnelllebigen Gesellschaft sind wir es gewohnt, unsere Bedürfnisse jederzeit und schnell befriedigen zu können. Doch häufig müssen wir uns der Vorstellung verabschieden, dass es die eierlegende Wollmilchsau gibt. Entscheidet man sich für ein kleineres Unternehmen ist vielleicht das Gehalt weniger als in einem Großkonzern. Dafür sind die Aufstiegsmöglichkeiten dort vielleicht interessanter. Der perfekte Job mit dem 100% passenden Gehalt und allen anderen Kriterien mag jetzt noch nicht verfügbar sein. Doch vielleicht ist er das in einem Jahr?

Steht eine größere berufliche Veränderung an, so dürfen noch weitere dafür wichtige Kentnisse erworben werden. Auf dem Weg dorthin lautet die Frage: Was bin ich bereit loszulassen? Ist es das Gehalt, der Ort, die Aufstiegsmöglichkeiten? Welcher Punkt ist mir am wichtigsten und auf welchen kann ich verzichten? Diese Frage erfordert eine Auseinandersetzung mit den eigenen Werten und Prioritäten.

Kategorien
Selbstmanagement

Ziel erreicht- und jetzt?

Warum Ziele erreichen unglücklich macht

Kennst du das Gefühl, wenn du dein Ziel erreicht hast, und dich trotzdem unglücklich fühlst? Wenn du in ein tiefes Loch fällst und nicht weißt, was jetzt kommt? Wenn du dir denkst: „Ich habe doch mein Ziel erreicht, warum fühle ich mich trotzdem irgendwie unzufrieden?“ Ich kenne dieses Gefühl auch! In diesem Artikel geht es darum, warum das so ist und wie wir uns Ziele setzen können, die uns wirklich erfüllen.

„Wenn ich endlich einen Job in der Beratung habe, dann hab ich es geschafft, dann ist mein Ziel erreicht!“ Während dem Studium waren das meine täglichen Gedanken. Ich habe sehr viel getan, um auf dieses Ziel hinzuarbeiten: Den Lebenslauf danach gestaltet, was von einer zukünftigen Beraterin erwartet wird. Auslandsaufenthalte, Praktika in der Beratung und DAX Konzern, Mitarbeit bei studentischen Initiativen, Excel und Powerpoint Wissen angesammelt. Nicht dass er mir keinen Spaß gemacht hätte! All diese Stationen waren bereichernd und wertvoll- ich habe viel gelernt und mein Studentendasein genossen. Auf eine Art war es ein antreibender Motor für mich, denn ich wusste, wo ich hinwollte und welche Schritte dafür notwendig waren. Doch auf der anderen Seite bin ich mit meinen Gedanken sehr viel in der Zukunft geschwebt und habe nicht die Zeit im Hier und Jetzt verbracht.

Das Gute an Zielen

Ziele zu verfolgen ist keineswegs verwerflich oder schlecht. Ich mache mir weiterhin regelmäßig Gedanken, darüber was ich im Leben erreichen möchte. Wie Napoleon Hill bereits 1937 sagte:

„Was immer der menschliche Geist sich vorstellen kann und woran er glauben kann, das kann er auch vollbringen.“

Wenn wir eine anziehende Vision oder ein Ziel haben, dann hilft uns unser Gehirn, insbesondere unser retikuläres Aktivierungssystem, den Weg dorthin zu finden. So wie in meinem oben genannten Beispiel mit meinem Berufswunsch Beratung. Ich wusste genau wo ich hinwollte und konnte daraus ableiten, welche Schritte notwendig dafür sind. Meine Aufmerksamkeit im Alltag war auf mein Ziel ausgerichtet. Das Problem dabei ist, mit welcher Intention wir die Ziele in unserem Leben verfolgen. Die Frage also, warum wir uns ein bestimmtes Ziel vornehmen.

Die Bedeutung unserer Ziele bestimmt über unserer Glücksempfinden

Rückblickend war es bei mir so, dass ich mir das Ziel Beratung gesetzt hatte, um in letzer Konsequenz sagen zu können: „Wenn ich einen Job in der Beratung habe, dann bin ich gut genug.“. Denn dann habe ich es geschafft, dass Externe mit einem anspruchsvollen Recruiting Prozess mich als kompetent genug einstufen und anstellen. Die Motivation, das Ziel zu erreichen war hoch, aber die Bedeutung des Ziels war wenig sinnstifend, sondern eine Bestätigung, dass ich gut genug und schlau genug bin. Wie eine Art Siegel, das mir die Gesellschaft verleihen würde: Approved für den deutschen Arbeitsmarkt.

Tatsächlich ist es nicht einfach, herauszufinden, was die wahre Bedeutung unserer Ziele ist. Bestimmt kennst du Gedanken wie „Wenn ich endlich befördert werde, dann…“, „Wenn ich endlich einen neuen Job habe, dann…“ Wenn ich endlich eine Freundin/einen Freund habe, wenn ich 10 Kilo abgenommen habe, wenn ich 5 neue Kunden gewonnen habe, dann …“ Die Liste kann beliebig weitergeführt werden. Meistens geht es darum, dass wir uns im letzten Schritt, als Konsequenz der Erreichung unseres Ziels endlich selbst so annehmen können, wie wir sind. Die Erreichung unseres Ziels macht uns dann aber nicht erfüllt, sondern bestensfalls erleichtert. Durch die Erreichung kommen häufig die nächsten Gedanken/Stufen, die noch zu erreichen sind, bevor wir uns selbst so annehmen können, wie wir sind. Und somit sind wir in der Tretmühle gelandet, denn niemand anders kann darüber bestimmen, ob wir gut genug sind. Das können wir uns nur selbst zusprechen.

Wie finde ich die Bedeutung meiner Ziele heraus?

Um die Motivation hinter unserem aktuellen Ziel herauszufinden, können wir uns folgende Fragen stellen: „Was möchte ich gern jetzt haben oder erreichen?“ Im nächsten Schritt vervollständigen wir den Satz „Ich möchte das Ziel XY erreichen, damit…“ Nun arbeiten wir mit dem Ergebnis des vorherigen Satzes weiter fragen uns auch hier: „Ich möchte Ziel XY erreichen, damit…“ Diese Übung sollte solange weitergeführt werden, bis wir das Gefühl haben auf den Kern der eigenen Motivation gestoßen zu sein. Ganz wichtig dabei: Wir sollten ehrlich zu uns selbst sein, sonst kratzen wir nur an der Oberfläche.

Als kurze Zusammenfassung lässt sich Folgendes sagen: Sich Ziele zu setzen und erreichen zu wollen hilft uns, unser Leben und unseren Alltag auszurichten. Hierbei ist es wichtig, die Bedeutung und Motivation unserer Ziele zu kennen. Unsere Ziele sollten darauf einzahlen, dass wir unsere „Lebensaufgabe“ auf dieser Erde erfüllen können, und nicht dem Zweck der äußeren und gesellschaften Anerkennung dienen. Es ist zugegebenermaßen nicht einfach, die Motivation und Bedeutung unserer Ziele tiefgründig zu kennen und zu verändern. Wie alles im Leben geht es auch hier nicht darum, alles sofort perfekt zu machen, sondern Bewusstsein und Erkentniss zu schaffen. Auf dieser Basis können wir dann Veränderungen einleiten. In die Zukunft gerichtet: Wenn du das nächste Mal ein Ziel erreicht hast, frage dich: Wie geht es mir jetzt mit dem erreichten Ziel? Welches Gefühl macht sich in mir breit? Ist es so wie ich es mir vorgestellt habe?“

Du wünschst dir Unterstützung für dein nächstes Ziel? Ziele, die zu deiner Persönlichkeit passen, definieren wir gemeinsam im Coaching. Hier geht es nicht nur darum, wie du sie erreichst, sondern auch, darum, ob sie dich langfristig erfüllen.

Kategorien
Selbstmanagement

Warum Perfektionisums schädlich für deine Karriere ist und was du dagegen tun kannst

„Irgendwo in der Excel Tabelle könnte sich noch ein Fehler verstecken. Ich sollte erst sicher sein, dass alles richtig ist, bevor ich es zur Durchsicht an meinen Chef weitergeben kann. Es wäre ganz schön peinlich, wenn jemand rausfindet, dass ich das eigentlich gar nicht kann“. An diese Gedanken kann ich mich noch gut erinnern. Sie stammen aus der Zeit, als ich ein Praktikum im internationalen Account Management bei einem großen Konzern gemacht habe und täglich mit rießigen Excel Tabellen voller Daten zu tun hatte. Im Nachhinein betrachtet habe ich einen schädlichen Perfektionismus an den Tag gelegt. Ich möchte Dir in diesem Artikel erklären, warum dieses Verhalten schädlich sein kann und wie du dich davon befrein kannst.

Was genau ist Perfektionismus eigentlich?

An dieser Stelle ist es wichtig zu verstehen: Bei Perfektionismus geht es nicht darum, gesunde Leistung und Wachstum zu erzielen. Ein gesundes inneres Streben fragt sich: „Wie kann ich mich verbessern?“ Perfektionismus hingegen ist nach außen gerichtet: „Wenn ich perfekt aussehe, wenn ich perfekte Arbeit leiste, dann werde ich gemocht“. Es geht also im Kern darum, Anerkennung und Bestätigung von außen zu erhalten. „Was werden die anderen denken?“ Im meinen oben genannten Beispiel wollte ich Bestätigung von meinem damaligen Chef für fehlerfreie Arbeit erhalten. Ich wollte Kritik vermeiden, falls ich einen Fehler machen sollte. Perfektionismus ruht also auch darin, unangenehme Gefühle wie Kritik, Beurteilung oder Scham entgehen zu wollen.

Doch wenn wir dieses Szneario weiterspinnen, lässt sich feststellen: Es wird immer Beurteilung oder Kritik geben, ganz egal wie viel „Mühe und Perfektion“ wir in eine Sache gesteckt haben. Das liegt darin, dass unser menschliches Gehirn automatisch Dinge bewertet und wir dieser Tatsache nicht entkommen können. Zudem ist Perfektion ansich eine Illusion. Es wird immer etwas geben, was in der Wahrnehmung anderer als „nicht perfekt“ aufgenommen werden kann. Wir können diese äußere Wahrnehmung nicht kontrollieren. Wer bestimmt schon, wann etwas perfekt ist?

Als Konsequenz von äußeren Bewertungen verstärkt sich der Perfektionismus Gedanke: Unweigerlich können wir Kritik und Tadel erhalten, egal wie viel Mühe wir uns geben. Der Gedanke, wir haben Kritik aufgrund unserer fehlenden Perfektion erhalten, ist ein Trugschluss, der uns dazu führt noch mehr im Außen zu sein. Noch mehr danach zu streben, keine Fehler zu machen und „perfekt zu sein“.

Die Folgen eines solchen Verhaltens sind vielfätig. Zum einen führt es zu Prokastination. Wir haben keine Lust Dinge zu Ende zu bringen, weil wir fürchten, es muss noch mal überarbeitet werden oder wir fangen gar nicht erst damit an, weil wir einen rießigen Berg an Arbeit sehen. Wir verbringen ewige Zeit an einer Aufgabe, die es möglicherweise gar nicht wert ist und fühlen uns gelähmt. Brené Brown, die über Verletzlichkeit forscht und dazu auch tolle Bücher geschrieben hat, belegt zudem, dass Perfektionismus unsere Kreativität unterbindet. Wenn wir uns vorranging an Details orientieren, setzt ein enger Tunnelblick ein. Dieser hindert uns daran, das Große Ganze im Blick zu behalten und somit einen offenen Blickwinkel zu halten.

Fehler sind für unseren Erfolg unentbehrlich

Die Angst vor Fehlern ist es, die den Perfektionismus nährt. Doch wer erfolgreich und erfüllt sein möchte, kommt an Fehlern gar nicht vorbei. Durch Fehler lernen wir und können uns weiterentwickeln. Durch sie entsteht wahres Wachstum. Man muss nicht von Anfang an wissen, wie alles fehlerfrei und richtig geht. Ein schönes Zitat dazu kommt von Dietrich Bonnhoefer und besagt:“Den größten Fehler, den man im Leben machen kann ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.“

„Alles hat Risse. Auf diese Weise tritt das Licht ein ein.“

Leonard Cohen (Musiker), The Future

Dieses Zitat beschreibt auf eine wundervolle Art, wie wir lernen können unserem Perfektionismus weniger Raum zu geben. Weg von der Einstellung „Was werden die Leute von mir denken“ hin zu „Ich akzeptiere meine Schwachstellen und bin mit ihnen gut genug“. Das schöne an der Natur ist doch, dass wir alle unterschiedlich sind und dass jeder Unzulänglichkeiten (Risse) hat. Ein alter Baum sieht deswegen so beeindruckend aus, weil er durch Wind und Wetter geformt wurde und dadurch auch seine Schönheitsfehler und Risse hat. Aber durch sie kann Licht strömen, das für den Baum und sein Wachstum unabdingbar ist.

Kategorien
Karrierecoaching

3 Kompetenzen, die jetzt auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind

Schon bevor Corona bedingt viele Menschen ihren Arbeitsplatz verloren haben, war es für viele Bewerber herausfordernd, den Traumjob zu bekommen. Das ist natürlich nicht einfacher geworden: Laut Bundesagentur für Arbeit waren im Juni 2020 2,853 Millionen Menschen ohne Job, das sind 637.000 mehr als noch vor einem Jahr. All diese Menschen drängen nun auf den Arbeitsmarkt, während Unternehmen damit beschäftig sind, eine Strategie für den Umgang mit der Unsicherheit zu finden. Für den einen heißt das, zusätzliche Geschäftsmodelle zu erschließen, für den anderen erstmal genug Liquidität sicherzustellen, um überhaupt überleben zu können. Die Ausgangsbedingungen und damit auch Einstellungschance hängen stark von der Branche ab. Fest steht aber, dass laut einer Umfrage von Stepstone die Schockstarre überwunden ist, und 55% der befragten Unternehmen bereits wieder rekrutieren. Da stellt sich natürlich die Frage: Welche Kompetenzen sind gerade bei Unternehmen besonders gefragt und verschaffen mir so eine erhöhte Einstellungswahrscheinlichkeit?

Digitale Kompetenzen

Während bereits vor Ausbruch der Pandemie IT-Affinität und Berufe im IT Sektor gefragt waren, steigt die Bedeutung von digitalen Kompetenzen weiter an. Das heißt zum Einen, dass viele Unternehmen in der IT Branche durch die Pandemie eine erhöhte Nachfrage erhalten haben und dementsprechend auf der Suche nach Personal sind. Hier werden neben IT Berufen wie Programmierern aber auch andere Berufsgruppen gesucht, da viele diser Unternehmen auf einem Wachstumskurs sind. Zum Anderen heißt das, dass die Offenheit und der Umgang mit virtuellen Zusammenarbeit immer mehr vorrausgesetzt wird. Das beginnt schon beim Bewerbungsgespräch, das digital stattfindet und geht weiter damit, dass von Führungskräften gefordert wird, im digitalen Raum sicher unterwegs zu sein oder zumindest Offenheit dafür besteht. Wer technische Skills oder Expertenwissen im Umgang mit bestimmten digitalen Tools hat, sollte dies in seiner Bewerbung hervorheben. Zur digitalen Kompetenz gehört auch, sich selbst strukturieren zu können, um Ergebnisse geplant liefern zu können und der Ablenkung durch soziale Medien, Mails und weitere Aufmerksamkeitskiller zu entgehen.

Visionäres Denken

Was Unternehmen in Situationen wie diesen brauchen sind neue Möglichkeiten Umsatz zu erwitschaften. Wenn Corona bedingt keine Veranstaltungen wie Hochzeiten mehr stattfinden können, ist es schwierig, Hochzeitstorten zu verkaufen. Ein anderes Geschäftsmodell muss her. Ein tolles Beispiel dafür finde ich Lottas Torten aus Berlin. Anstatt Hochzeitstorten werden dort jetzt Signature Pakete mit Cupcakes und kleinen Kuchen als besondere Freude für die Liebsten verschickt. Die Fähigkeit, Innovationen auf den Weg zu bringen, hängt davon ab, nach vorne zu denken und Visionen für die Zukunft zu haben. Daran zu glauben, dass etwas bestimmtes möglich ist, auch wenn alle anderen sagen, dass es nicht geht. Hier gibt es auch einige berühmte Beispiele: Bis es Jim Hines 1968 gelang, 100 m in 9,9 Sekunden zu rennen, hatte niemand diese Zeit von unter 10 Sekunden für möglich gehalten. Doch sobald er mit seiner Rennleistung die Tatsache bewiesen hatte, schafften es auch viele andere Atlheten. Mittlerweile ist der Weltrekord bei 9,58 Sekunden. Das zeigt, dass Menschen, die an ihre Vision glauben, diese auch in die Tat umsetzen können. Wer wiklich visionär denkt, kann seinem Unternehmen damit zu einer gesteigerten Innovationskraft helfen und somit die Möglichkeiten, am Markt zu bestehen, erhöhen.

Flexibilität für Veränderung

Fragt man Bewerber, ob sie durch die Coronakrise einen Branchenwechsel in Betracht ziehen, so erhält man die Antwort, dass viele sich breiter aufstellen und auch in anderen Branchen nach passenden Jobs suchen. Einige Branchen wie die Tourismusindustrie sind so stark betroffen, dass die Aussichten hier realistischerweise zumindest kurzfristig eher nicht rosig sind. Dafür gibt es andere Bereiche, wie die Gesundheitsbranche, in der dringend Personal benötigt wird. Diese Flexibilität, mit der Bewerber an den Arbeitsmarkt herantreten, steigert nicht nur die Einstellungschancen per se, sondern wird auch bei vielen Unternehmen als gefragte Kompetenz gesehen. Wer sich auf veränderte Umstände anpassen kann, trotzt dem „das haben wir immer schon so gemacht“, das gerade in der jetzigen Situation die Innovationskraft negativ beeinflusst. Veränderungen fordern die Fähigkeit, auch einmal andere Aufgaben zu übernehmen und sich auf Neues einzulassen.

Kategorien
Selbstmanagement

Warum „Arbeitssuchend“ auch ein Job ist

In unserer Gesellschaft findet die Identifikation noch sehr häufig über den Beruf statt: „Ich arbeite, also bin ich“. Zum Beispiel: Ich bin bei Unternehmen XYZ als Manager für XYZ eingestellt, also bin ich wertvoll“. In meiner Tätigkeit als XYZ beschäftige ich mich mit herausfordernder Arbeit, die Kunden brauchen mich, also bin ich wichtig. Wer dann gewollt oder ungewollt seinen Beruf verliert, findet sich häufig in einer Sinnkrise wieder. Es fehlt eine sinnvolle Beschäftigung, bei der man sich selbst zum Ausdruck bringen kann und dafür Anerkennung erhält. Als Konsequenz wertet man sich selbst ab, eine Bestätigung von außen fehlt. Hinzu kommt, dass auch das Umfeld manchmal Personen abwertet, wenn sie keiner regelmäßigen Arbeit mehr nachkommen.

Arbeitssuche zieht sich hin

Der Arbeitsmarkt wird sich in Zukunft noch flexibler und schnelllebiger gestalten. Deshalb wird es auch immer „normaler“ werden, eine gewisse Zeit arbeitssuchend zu sein. Hinzu kommt, dass immer häufiger psychische Erkrankungen wie Burn-Out oder Depression der Ausschlaggber für eine Arbeitslosigkeit sind. Dies muss erst umfassend behandelt werden, bevor ein Eintritt in den Arbeitsmarkt wieder möglich ist. Heutzutage nehmen sich auch viele Menschen eine vediente Auszeit zwischen zwei Jobs.
Doch wenn es dann wieder ans Bewerben geht, dauert es manchmal länger, als erhofft, bis einer neuer Job in Sicht ist. Woran liegt das?

Sei es als arbeitslose Person, oder mit dem Status „arbeitssuchend“ (noch im Job/Ende des Studiums und auf Arbeitssuche), es gibt keine feste Struktur, die einen Rahmen vorgibt: kein Arbeitgeber, der Ziele definiert. Keine fest eingeplanten Akquise Gespräche, keine Todos, die bis zu einer bestimmten Frist erledigt werden müssen. Kein Kollege, der zu Rate gezogen werden kann, kein Vorgesetzter, der über Unzuverlässigkeit, Unpünktlichkeit oder unzureichende Ergebnisse schimpfen kann. Die Verbindlichkeit besteht gegenüber keiner anderen Person, außer sich selbst. Sich selbst kann man leichter erzählen, dass die Party heute Abend wichtiger ist, als weitere potenzielle Arbeitgeber zu recherchieren.

Die Arbeitssuche als neuer Job

Wer sich mit dem Jobtitel „arbeitssuchend“ identifiziert, sieht es als seinen Job, einen passenden neuen Beruf zu ergreifen. Bricht man die Tätigkeiten eines Unternehmens herunter, so kann man als Arbeitssuchender ähnliche Überlegungen anstellen: Um zu überleben, muss ein Unternehmen genug zahlende Kunden gewinnen. Übertragen auf den Jobtitel „Arbeitssuchend“ sind das Zusagen für neue Stellen. Denn diese bezahlen den Lebensunterhalt einer Einzelperson.
Und um einen einzigen Kunden zu gewinnen, betreibt ein Unternehmen sehr viel Marketing und Vetrieb. Nicht jeder potenzielle Kunde, der angesprochen wird, kauft ein Produkt. Der Zeitaufwand kann enorm sein und sich über diverse Abteilungen und Kontaktpunkte strecken. Übertragen auf die Person eines Arbeitssuchenden heißt das: Wie viele Bewerbungen muss ich schreiben, um ein Vorstellungsgespräch und am Ende des Tages eine Zusage zu erhalten? Was sind die Tätigkeiten, die mich dabei unterstützen, Einladungen zu Vorstellungsgesprächen zu erhalten? Solche Tätigkeiten können dann in den Kalender eingetragen werden, um somit die fehlende Struktur herzustellen.

Zusammengefasst heißt das: In der Zukunft werden immer mehr Menschen mit einer Zeit als „Arbeitssuchender“ konfrontiert werden. Um dem Indetifikationsverlust entgegenzuwirken, hilft es, die Arbeitssuche als seinen Job anzusehen und voller Commitment für seinen Beruf zu beschreiten.

Kategorien
Karrierecoaching

Feedback geben leicht gemacht

Neulich hat sich ein Klient im Coaching gewünscht, Feedback zu erarbeiten, das er geben wollte. Ihm war es wichtig, das Feedback für den Empfänger so konstruktiv wie möglich zu gestalten. Die Gefühle und Gedanken seines Gegenübers sollen beachtet werden, um gerechtfertigtes Feedback zu geben. Das wiederum ermöglicht der betroffenen Person das Feedback anzunehmen und nicht in eine rechtfertigende Haltung zu geraten.

Feedback geben und annehmen ist ein Thema, das vielen Meschen nicht so leicht fällt. Man will sein Gegenüber nicht verletzen. Man selbst will seine Haltung bewahren und nicht abgelehnt werden, perfekt sein, alles richtig machen. Dabei ist Feedback, wenn man es richtig anwendet, eine tolle Möglichkeit, sich selbst besser kennenzulernen und natürlich zu wachsen. In vielen Firmen werden regelmäßig 360 Grad Feedbacks oder Mitarbeiter Gespräche geführt. Leider kommt es immernoch häufig vor, dass Feedback verallgemeinert und unspezifisch gegeben wird. Das liegt häufig daran, dass konkrete Situationen zeitlich zu lange vom Feedback getrennt sind. Ich empfehle, das Feedback so bald wie möglich zu geben, oder sich die Situation aufzuschreiben.

WWW Feedback.de

Als Feedback Methode für wertschätzendes und konstruktives Feedback kann ich die WWW Methode sehr empfehlen. Denn hier wird das Feedback an einer konkreten Situation festgemacht und es werden konsequent Ich-Botschaften gesendet. Denn das Schwierige an Kritik ist ja, dass die Botschaften häufig verallgemeinert werden. „Du machst nicht genug, damit wir das Ziel erreichen“ wäre ein Beispiel dafür. Selten kann man so eine pauschale Aussage einfach über eine Person treffen. Meistens macht Feedback das so gegeben wird mehr kaputt, als dass jemand daraus lernen kann. Daher ist es wichtig, klarzustellen, in welcher Situation auf Basis welche Beobachtungen man eine Person für wenig einsatzbereit hält. Und dass es sich dabei um die Einzelmeinung einer Person handelt, die nicht unbedingt von anderen Menschen geteilt wird.

WWW steht hierbei für eine Wahrnehmung, der daraus resultierenden Wirkung und dem Wunsch, was in der Zukunft geändert werden soll.
Ein Beispiel: „Gestern habe ich die Email von unserem Schnittstellenpartner erhalten, dass er nicht mit uns kooperieren will, da er den zusätzlichen Zeitaufwand nicht einsieht (Wahrnehmung). Da wir diesen Partner aber dringend für unsere Zielerreichung brauchen, mache ich mir Sorgen, ob genug Überzeugungsarbeit geleistet wird. Es wirkt auf mich so, als ob ihm die Vorteile einer Zusammenarbeit nicht klar kommunziert wurden (Wirkung). Für die Zukunft wünsche ich mir, dass mit hoher Einsatzbereitschaft und konkreten Vorteilsargumenten gearbeitet wird. Gerne können wir uns hierfür auch gemeinsam zusammensetzen, um eine Strategie zu erarbeiten“ (Wunsch).

Übrigens musste das erarbeitete Feedback dann gar nicht ausgesprochen werden, da der vermeintliche Feedback Empfänger das Problem dann doch schon selbst aus dem Weg geräumt hat. Ein zusätzlicher Hinweis in diesem Kontext: Vertrauen reduziert Komplexität!

Kategorien
Karrierecoaching

Wie wird man erfolgreich?

3 Erfolgstipps, die in Wahrheit unglücklich machen

Wir wird man erfolgreich? Auf diese Frage gibt es viele lieb gemeinte Ratschläge und Tipps, die vom Gegenüber in guter Absicht erteilt werden. Oft beruhen solche Ratschläge auf sogenannten Weisheiten, die sich im Laufe der Zeit in einem kulturellen Kontext gebildet haben. Auch das Internet und Bücher sind voller Hypothesen, die versprechen, wie man erfolgreich wird. Ich möchte drei dieser „Weisheiten“ kritisch hinterfragen und im Hinblick auf „erfüllenden“ Erfolg darstellen.

1. Setz dir (messbare) Ziele

Ich lese regelmäßig, dass es wichtig ist, seine Ziele zu kennen, am besten SMART formuliert, um erfolgreich zu sein. Viele Menschen messen Erfolg nämlich daran, ob sie ihre Ziele erreicht haben und hetzen dann von einem Ziel zum nächsten. Mein Ziel könnte es also sein, die nächste Karrierestufe in meinem Unternehmen zu erreichen, endlich zum Mangager befördert zu werden. Um Manager zu werden, muss ich davor die Vorgesetzen überzeugen. Harte Arbeit, mehr in die Sichtbarkeit gehen, perfekte Arbeitsergebnisse abliefern, weiterverkaufen. Wenn ich das erreicht habe, verdiene ich ein höheres monatliches Gehalt, von dem ich mir endlich die neue Marken Handtasche leisten kann und auf meinem LinkedIn Profil sehen dann auch alle, dass ich es geschafft habe. Doch was kommt danach? Was kommt, wenn ich das Ziel erreicht habe?
Kennst du dieses Loch, in das du fällst, wenn da plötzlich nichts mehr ist, auf das du hinarbeiten kannst?
Erfolg, der am außen gemessen ist, hat leider meistens wenig mit innerem Erfolg zu tun, der langfristig erfüllend ist.
Versteh mich nicht falsch, ich finde es trotzdem wichtig, sich mit seinen Zielen auseinander zu setzen und sich die Frage zu stellen: Wo möchte ich hin? Doch genauso wichtig dabei ist die Frage: Warum möchte ich eigentlich dahin? Was steht für mich dahinter? Es könnte das Gefühl nach Anerkennung und Bestätigung sein. Gefühle sind nämlich der Grund, warum wir uns bestimmte Ziele überhaupt setzen und erstrebenswert finden.
Wie wäre es, wenn du statt der Bedingung, Anerkennung beim Erreichen des Ziels zu spüren, schon jetzt und heute Anerkennung spüren könntest? Du selbst bist der Schlüssel dafür!

2. Hab die „Konkurrenz“ im Blick

Es gibt sehr viele „Wegweiser“ in Form von Büchern zu den verschiedensten Themen, wie man sich selbst erfolgreich vermarkten und so seine Ziele (siehe oben) erreichen kann. Du musst schlagfertig sein, dich rhetorisch gut präsentieren, strategisch agieren. Sei es, wenn es um das Vorankommen im eigenen Unternehmen oder bei der Jobsuche geht (wie präsentiere ich mich bestmöglichst beim Bewerbungsgespräch?). All diese Tipps haben gemeinsam, dass es darum geht, „besser zu sein“ als die anderen (Kokurrenz) und implizieren ein „Gegeneinander“. Ich bin schlagfertig, um mich abzuheben und meine Ziele besser erreichen zu können. Denn es gibt die ausgeschriebene Stelle oder die Beförderung eben nur für eine Person. Dieses Konkurrenzdenken macht uns unglücklich, indem es uns von anderen trennt. Dabei gibt es doch so viele andere Möglichkeiten: Karriere muss heutzutage nicht nur nach oben gedacht werden, sondern darf auch seitwärts funktionieren. Anstatt auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein, ist es neurowissenschaftlich bewiesen, dass es uns glücklich macht, wenn wir anderen Menschen helfen können. Natürlich ist dabei zu beachten, sich selbst nicht zu vernachlässigen und ins andere Extrem abzurtutschen. Doch wie heißt es so schön: Wer ernten will, muss säen.

3. Sei „perfekt“

Um nochmal an die oben genannten Tipps zur Selbstvermarktung anzuknpüpfen, so suggerieren diese häufig, was noch alles zu tun ist, um endlich die perfekte Mitarbeiterin zu sein. Auch hier möchte ich nochmal betonen: Es geht mir nicht darum zu sagen, dass solche Ratschläge und Expertenmeinungen nicht hilfreich sind. Definitiv kann und darf man sich zum Beispiel im Bereich Rhetorik weiterentwicklen und so mehr Menschen begeistern, das finde ich absolut legitim. Dabei sollte folgendes nicht vergessen werden: Wir sind alle nur Menschen und keiner von uns ist perfekt. Das zuzugeben und zu seinen Fehlern zu stehen finde ich mindestens genauso wichtig, wie gute Reden halten zu können. Denn wir wir selbst immer den Anspruch an uns haben, perfekt sein zu müssen, alle Ratschläge und Anforderungen erfüllen wollen, dann fühlt sich das Leben schwerer und schwerer an. Wer authentisch seine Persönlichkeit zeigt und auch als Führungskraft zugeben kann, die Antwort nicht zu wissen, steigert dadurch das Vertrauen seiner Mitarbeiter.

Deine Definition von Erfolg

Wie wir man also erfolgreich? Am Ende des Tages geht es um die Definition von Erfolg- es geht darum, dass du deine eigene Definition von „erfolgreich sein“ findest. Ist Erfolg für dich, deine Ziele zu erreichen und von anderen Menschen als schlagfertig und „stark“ wahrgenommen zu werden? Oder bedeutet Erfolg eher, dass du gesellschaftlich einen Beitrag leisten kannst? Dass du eine Aufgabe machst, bei der du du selbst sein kannst? Wenn du genau für dich definieren kannst, was Erfolg bedeutet, wird es auch wesentlich leichter fallen, die Frage zu beantworten, wie man erfolgreich wird. Dabei können die oben genannten Tipps je nach Erfolgsdefinition helfen oder auch unglücklich machen.