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Warum du nie zu viele Interessen haben kannst

Fragst du dich, welche deiner vielen Interessen du denn nur nachgehen solltest beruflich? Du könntest viele verschiedene Dinge machen und weißt einfach nicht, was dein Weg ist? Der Gedanke, eine Entscheidung treffen zu müssen, wie es beruflich weitergehen soll, macht dich nervös? Denn dann sind die anderen Optionen ja wieder vom Tisch…

Woher weiß ich, wer der Richtige ist?

Tauchen wir ein in das fiktive Leben einer Frau, der es ganz ähnlich geht. Ich nenne sie Kristina. Kristina arbeitet seit gut einem Jahr in einer Werbeagentur und ist dort nach dem Marketing Studium eingesteigen. Sie hat sich für diesen Job entschieden, weil sie so ihre kreative Ader ausleben kann. Nachdem sie am Anfang begeistet war und in Brainstormings Gefallen daran gefunden hat, neue Ideen zu entwerfen, ist der Enthusiasmus etwas verflogen. Das liegt zum Einen daran, dass die Umsetzung der Ideen sie machmal etwas langweilt.

Zum Anderen hat sie neue Interessensgebiete entdeckt, für die sie eine hohe Begeisterung aufbringt und mit denen sie sich in ihrer Freizeit gerne beschäftigt. Vor allem die Themenkomplexe Ernährung und Nachhaltigkeit haben es ihr angetan. Mittlerweile ernährt sich Kristina überwiegend vegan. Dafür informiert sie sich mit Instagram über verschiedenen Rezepte, probiert diese aus, informiert sich über Nährstoffquellen und liest Blogs. Außerdem ist ihr die Umwelt und das Tierwohl wichtig. Sie hört Podcasts über Klimawandel, kauft sehr umweltbewusst ein und denkt sich „Eigentlich müsste man viel mehr machen“.

Sie hat angefangen, ihren Job in der Werbeagentur zu hinterfragen. Dafür zu sorgen, dass Unternehmen mit ihrer Hilfe mehr Kunden bekommen und dadurch mehr Konsum erwirtschaften, wiederstrebt ihr. Doch was anstattdessen machen?

Klar, es liegt auf der Hand, dass sie sich den Bereichen Nachhaltigkeit und Ernährung nähern könnte. Doch weil Kristina sich kennt, weiß sie, dass sie immer wieder „so Phasen“ hat, in denen sich sich besonders für ein Thema interessiert. Dieses Thema ändert sich immer wieder und manchmal hat sie viele verschiedene Themen, die sie gleichzeitig interessieren. Woher soll sie nun also wissen, dass der Weg Richtung Nachhaltigkeit beziehungsweise Ernährung der Richtige ist, und sie nicht in ein paar Monaten wieder neue Ideen und Vorstellungen hat?

Scanner Persönlichkeiten und weitere Phänomene

Vielleicht geht es dir ähnlich und du identifizierst dich mit Kristina, oder zumindest mit Teilen von ihr. Viele haben den Wunsch, den „richtigen Weg zu finden“, anzukommen und keinen komischen Blick zu ernten, weil man so viele Interessen hat. Heute hier, morgen da, an Ideen mangelt es nicht. Die Zeit für die Umsetzung aller dieser Möglichkeiten ist eher das Problem. Vielleicht beschreibt der Begriff „Scanner“ dich: Das sind Menschen mit sehr vielen Interessen, die Schwierigkeiten haben, an einer Sache dranzubleiben, sobald sie wissen, wie etwas geht, da sie dann verstanden haben, was sie lernen wollten.

Vielleicht willst du aber nur auf Nummer Sicher gehen, dass das neue Thema auch wirklich das Richtige ist und du dich nicht in ungewagtes Fahrwasser begibst? Dass es dieses Interessengebiet ist, in dem du nun „Expertin“ sein und bleiben wirst? Nicht, dass es dich irgendwann langweilt?

Ganz egal zu welcher Gruppe du dich zugehörig befindest, warum denken wir so oft, wir müssten uns für eine Sache entscheiden und dann bleibt es für immer so? Wir müssten „das Richtige“ finden? Diese Vorstellung führt dazu, dass wir uns selbst Druck machen, um der Illusion von Perfektion gerecht zu werden. Denn in einer perfekten Welt passen wir alle in unsere Box mit der Aufschrift „Juristin“, „Magagerin“, „Gründerin“ oder „Instagram-Star“ und der dazugehörigen Karriere. Und zwar mit einem erfolgreichen und glücklichen Leben, in dem es keine Zweifel mehr gibt, ob das jetzt gerade das Richtige ist oder nicht.

Das Richtige für den Moment

Wie wäre es anstattdessen, wenn du dich fragst: „Was ist das Richtige für den Moment?“ Viele verschiedene Interessen bedeutet viele verschiedene Möglichkeiten etwas Neues zu lernen. Nicht jedes Interesse muss gleich zum neuen Beruf gemacht werden, es darf auch erstmal ausprobiert werden. Interessen können gesammelt und nachgegangen werden, erstmal auf eine ganz spielerische Art und Weise. So oder so lernt man etwas dabei.

Wenn du aus deinen vielen Interessen dann eine (neue) berufliche Karriere entwickeln möchtest, frage dich: Bei welchen Berufen habe ich die Möglichkeit weiterhin unterschiedliche Themen zu erkunden und meiner Persönlichkeit gerecht zu werden? Schreibe die verschiedenen Möglichkeiten auf und priorisiere sie. Beziehe deine Begeisterung für das Thema ein, aber auch andere Faktoren wie die Aufgaben, die du übernehmen würdest und ob diese zu deiner Persönlichkeit passen. Probiere aus. Und es ist ok, wenn der nächste Job nicht für immer ist. Es geht darum, dass es für den Moment das Richtige ist.

Wenn du alleine schwierig in die Gänge kommst und es dir schwer fällt, Entscheidungen zu treffen, ist das Purposeful Career Programm vielleicht etwas für dich: Das vier wöchige Online Programm unterstützt dich, deine Ideen zu Papier zu bringen, zu testen und eine Entscheidung für deine berufliche Zukunft zu treffen. Erfahre hier mehr und trage dich in die Warteliste ein.

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3 alternative Wege, um freie Stellen zu finden

Stellenanzeigen in Jobbörsen sind immernoch der klassiche Weg, den die meisten von uns nutzen, wenn es darum geht, freie Stellen und neue Jobs zu finden. Tatsächlich muss man in Deutschland allerdings rechnen, dass nur ein Drittel der freien Stellen über Online oder Printmedien veröffentlicht werden. Zwei Drittel der Stellen finden also niemals den Weg in die gern genutzten Stellenportale.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum Einen kostet eine solche Stellenanzeige nicht nur Geld in Form von Gebühren für das Schalten auf diversen Jobportalen, sondern auch Zeit in der Erstellung einer passenden Vakanz. Mit dem Schalten der Stellenanzeige beginnt jedoch der lange Prozess erst, denn nun folgt der ganze Bewerbungsmarathon inkl. verschiedenen Gesprächen, Terminkoordination, Vertragsverhandlung und vielen weiteren Aufgaben. Nicht jedes Unternehmen hat genug zur Verfügung stehende Ressourcen, um den Bewerbungsprozess über solche Stellenportale zu gestalten.

Zum Anderen kann die schnelllebige Dynamik auf dem Arbeitsmarkt dazu führen, dass Kandidaten für freie Stellen bereits im Vorhinein feststehen und Stellen somit nicht ausgeschrieben werden. Das muss allerdings nicht unbedingt heißen, dass diese Kandidate am besten auf die freien Stellen pasen. Es kann auch einfach so sein, dass Zeit und Aufwand gespart werden, weil das Unternehmen diesbezüglich unter Entscheidungsdruck steht und „schnell jemanden braucht“.
Im öffentlichen Dienst und manchmal auch in der Privatwirtschaft herrscht eine Ausschreibepflicht, bei der es dann zu Pro Forma Ausschreibungen kommen kann. Das heißt, eine Stelle wird ausgeschrieben, obwohl der Kandidat bereits feststeht. Wer sich auf eine solche Stelle bewirbt, verschwendet also meistens leider seine kostbare Zeit.

Um deine Zeit gewinnbringend einzubringen und nicht zu der Mehrheit zu gehören, die sich ausschließlich auf Stellenangebote verlässt, möchte ich 3 alternative Wege mit dir teilen, wie du freie Stellen finden kannst.

1. Netzwerk

Es wird dir dir wahrscheinlich nicht neu vorkommen, dass ein Großteil der verdeckten Stellen über Kontakte vergeben wird. Selbst falls du dir denkst, du hast kein Netzwerk, kennst du mehr Menschen, die dir helfen könnten, als du glaubst. Indem du offen in deinem Umfeld über deine Jobsuche sprichst oder einfach bei Bekannten nachfragst, ob in ihrem Unternehmen gerade Mitarbeiter gesucht werden, können sich bereits neue Möglichkeiten ergeben. Sage deinem Umfeld, sie sollen sich bei dir melden, falls ihnen konkrete Stellen oder Möglichkeiten begegnen.


Ein nachhaltig belastbares Netzwerk baust du allerdings auf, bevor du es brauchstt. Daher können dir Fachvorträge, Messen, aber auch Karrierenetzwerke für Frauen, wie zum Beispiel nushu als Platform dienen, um mit neuen Menschen in Kontakt zu kommen. Auch diese Menschen haben einen Arbeitgeber, der potenziell für dich interessant sein könnte und kennen wiederum andere Menschen, die vielleicht eine freie Stelle in ihrem Team zu besetzen haben.
An dieser Stelle sei vorrausgesetzt, dass eine wirkliche Beziehung zwischen euch zustande kommt, denn wahrscheinlich würdest du auch nicht für jeden Wildfremden beim Arbeitgeber die Hand ins Feuer legen. Mit dem Netzwerken solltest du also spätestens heute anfangen, wenn du es noch nicht getan hast. Die messbaren/sichtbaren Benefits werden sich meistens erst mit einiger Verzögerung zeigen.

2. Alltag

Welche Unternehmen befinden sich auf dem Weg zum Supermarkt? Wo bin ich selbst Kunde? Von welchen Unternehmen habe ich Rechnungen? Wo fahre ich täglich mit dem Auto/Fahrrad/Bahn vorbei? Diese Fragen offenbaren Arbeitgeber, mit denen wir im Alltag konfrontiert werden, aber häufig nicht als potenziellen Arbeitgeber abspeichern. Hierzu gehören nicht nur Unternehmen, sondern auch Behörden, Vereine, Institutionen, etc.

Der Alltag bietet also einen weiteren Weg, potenzielle Arbeitgeber zu entdecken. Der nächste Schritt besteht darin, abzugleichen, ob die gefundenen Unternehmen mit den eigenen Interessen und Vorstellungen übereinstimmen. Durch einen Anruf beim Unternehmen im dritten Schritt können dann Informationen über potenziell freie Stellen bzw. den Wunsch einer Initiativbewerbung eingeholt werden.

3. Soziale Medien

Mit einem aussagekräftigen Profil in Karrierenetzwerken wie Xing und LinkedIn kannst du Unternehmen und Institutionen auf dich aufmerksam machen, und somit einen Pull- Effekt auslösen. Dann baruchst du selbst nicht mehr alzu viel tun, sondern Recruiter melden sich bei dir. Hierfür ist es wichtig, die gesuchten und relevanten Keywords im Profil, am besten im Titel zu haben. Eine kurze Vorstellung in der Info Section ist außerdem zusätzlich zum Lebenslauf mit gemachter Berufserfahrung empfehlenswert.

Das Verfassen von Fachartikeln zu Herausforderungen in deiner Branche kann dir bei Unternehmen, falls diese ebenfalls viel auf sozialen Kanälen unterwegs sind, Aufsehen verschaffen. Insbesondere wenn du die Fachartikel so schreibst, dass sie sachlich sind, und gleichzeitig Ausdruck deiner besonderen Fähigkeiten und Ketnisse sind. Hast du als Account Manager eine neue Sales Strategie eingeführt, die zu messbar mehr Kunden geführt hat? Die Einführung und Entwicklung dieser Strategie, der Umgang mit Herausforderugen und die messbaren Ergebnissen können Teil einer Personal Branding Geschichte sein, die du in deinem Feed teilst. Um damit die gewünschte Aufmerksamkeit zu erreichen, ist es wichtig, zuvor Kontakte aus relevanten Unternehmen in dein Netzwerk aufzunehmen und selbst aktiv zu sein, zum Beispiel durch das Kommentieren anderer Beiträge.

Fazit

Die genannten Alternativen zu Jobportalen um freie Stellen zu finden Netzwerk, Alltag und soziale Medien sind alle zeitlich nicht zu unterschätzen. Wer außerdem ein „Problem mit Selbstdarstellung“ hat, der wird keine Freude an einer Jobsuche mit Hilfe von LinkedIn haben. Wie so oft im Leben ist es daher wichtig, dass du deinen eigenen Weg findest, wie du zusätzlich freie Stellen findest, indem du für die reichtige Kombination der oben beschriebenen Wege findest. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei!
Solltest du gerade noch in einem Job stecken und dich fragen, ob du überhaupt auf Jobsuche gehen sollst, lade dir den kostenlosen Kündigungskompass hier herunter. Wenn du zukünftig auf dem Laufenden bleiben möchtest, was Tipps rund um Karriere und Berufsorientierung angeht, trage dich für meinen Newsletter ein.

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Ziel erreicht- und jetzt?

Warum Ziele erreichen unglücklich macht

Kennst du das Gefühl, wenn du dein Ziel erreicht hast, und dich trotzdem unglücklich fühlst? Wenn du in ein tiefes Loch fällst und nicht weißt, was jetzt kommt? Wenn du dir denkst: „Ich habe doch mein Ziel erreicht, warum fühle ich mich trotzdem irgendwie unzufrieden?“ Ich kenne dieses Gefühl auch! In diesem Artikel geht es darum, warum das so ist und wie wir uns Ziele setzen können, die uns wirklich erfüllen.

„Wenn ich endlich einen Job in der Beratung habe, dann hab ich es geschafft, dann ist mein Ziel erreicht!“ Während dem Studium waren das meine täglichen Gedanken. Ich habe sehr viel getan, um auf dieses Ziel hinzuarbeiten: Den Lebenslauf danach gestaltet, was von einer zukünftigen Beraterin erwartet wird. Auslandsaufenthalte, Praktika in der Beratung und DAX Konzern, Mitarbeit bei studentischen Initiativen, Excel und Powerpoint Wissen angesammelt. Nicht dass er mir keinen Spaß gemacht hätte! All diese Stationen waren bereichernd und wertvoll- ich habe viel gelernt und mein Studentendasein genossen. Auf eine Art war es ein antreibender Motor für mich, denn ich wusste, wo ich hinwollte und welche Schritte dafür notwendig waren. Doch auf der anderen Seite bin ich mit meinen Gedanken sehr viel in der Zukunft geschwebt und habe nicht die Zeit im Hier und Jetzt verbracht.

Das Gute an Zielen

Ziele zu verfolgen ist keineswegs verwerflich oder schlecht. Ich mache mir weiterhin regelmäßig Gedanken, darüber was ich im Leben erreichen möchte. Wie Napoleon Hill bereits 1937 sagte:

„Was immer der menschliche Geist sich vorstellen kann und woran er glauben kann, das kann er auch vollbringen.“

Wenn wir eine anziehende Vision oder ein Ziel haben, dann hilft uns unser Gehirn, insbesondere unser retikuläres Aktivierungssystem, den Weg dorthin zu finden. So wie in meinem oben genannten Beispiel mit meinem Berufswunsch Beratung. Ich wusste genau wo ich hinwollte und konnte daraus ableiten, welche Schritte notwendig dafür sind. Meine Aufmerksamkeit im Alltag war auf mein Ziel ausgerichtet. Das Problem dabei ist, mit welcher Intention wir die Ziele in unserem Leben verfolgen. Die Frage also, warum wir uns ein bestimmtes Ziel vornehmen.

Die Bedeutung unserer Ziele bestimmt über unserer Glücksempfinden

Rückblickend war es bei mir so, dass ich mir das Ziel Beratung gesetzt hatte, um in letzer Konsequenz sagen zu können: „Wenn ich einen Job in der Beratung habe, dann bin ich gut genug.“. Denn dann habe ich es geschafft, dass Externe mit einem anspruchsvollen Recruiting Prozess mich als kompetent genug einstufen und anstellen. Die Motivation, das Ziel zu erreichen war hoch, aber die Bedeutung des Ziels war wenig sinnstifend, sondern eine Bestätigung, dass ich gut genug und schlau genug bin. Wie eine Art Siegel, das mir die Gesellschaft verleihen würde: Approved für den deutschen Arbeitsmarkt.

Tatsächlich ist es nicht einfach, herauszufinden, was die wahre Bedeutung unserer Ziele ist. Bestimmt kennst du Gedanken wie „Wenn ich endlich befördert werde, dann…“, „Wenn ich endlich einen neuen Job habe, dann…“ Wenn ich endlich eine Freundin/einen Freund habe, wenn ich 10 Kilo abgenommen habe, wenn ich 5 neue Kunden gewonnen habe, dann …“ Die Liste kann beliebig weitergeführt werden. Meistens geht es darum, dass wir uns im letzten Schritt, als Konsequenz der Erreichung unseres Ziels endlich selbst so annehmen können, wie wir sind. Die Erreichung unseres Ziels macht uns dann aber nicht erfüllt, sondern bestensfalls erleichtert. Durch die Erreichung kommen häufig die nächsten Gedanken/Stufen, die noch zu erreichen sind, bevor wir uns selbst so annehmen können, wie wir sind. Und somit sind wir in der Tretmühle gelandet, denn niemand anders kann darüber bestimmen, ob wir gut genug sind. Das können wir uns nur selbst zusprechen.

Wie finde ich die Bedeutung meiner Ziele heraus?

Um die Motivation hinter unserem aktuellen Ziel herauszufinden, können wir uns folgende Fragen stellen: „Was möchte ich gern jetzt haben oder erreichen?“ Im nächsten Schritt vervollständigen wir den Satz „Ich möchte das Ziel XY erreichen, damit…“ Nun arbeiten wir mit dem Ergebnis des vorherigen Satzes weiter fragen uns auch hier: „Ich möchte Ziel XY erreichen, damit…“ Diese Übung sollte solange weitergeführt werden, bis wir das Gefühl haben auf den Kern der eigenen Motivation gestoßen zu sein. Ganz wichtig dabei: Wir sollten ehrlich zu uns selbst sein, sonst kratzen wir nur an der Oberfläche.

Als kurze Zusammenfassung lässt sich Folgendes sagen: Sich Ziele zu setzen und erreichen zu wollen hilft uns, unser Leben und unseren Alltag auszurichten. Hierbei ist es wichtig, die Bedeutung und Motivation unserer Ziele zu kennen. Unsere Ziele sollten darauf einzahlen, dass wir unsere „Lebensaufgabe“ auf dieser Erde erfüllen können, und nicht dem Zweck der äußeren und gesellschaften Anerkennung dienen. Es ist zugegebenermaßen nicht einfach, die Motivation und Bedeutung unserer Ziele tiefgründig zu kennen und zu verändern. Wie alles im Leben geht es auch hier nicht darum, alles sofort perfekt zu machen, sondern Bewusstsein und Erkentniss zu schaffen. Auf dieser Basis können wir dann Veränderungen einleiten. In die Zukunft gerichtet: Wenn du das nächste Mal ein Ziel erreicht hast, frage dich: Wie geht es mir jetzt mit dem erreichten Ziel? Welches Gefühl macht sich in mir breit? Ist es so wie ich es mir vorgestellt habe?“

Du wünschst dir Unterstützung für dein nächstes Ziel? Ziele, die zu deiner Persönlichkeit passen, definieren wir gemeinsam im Coaching. Hier geht es nicht nur darum, wie du sie erreichst, sondern auch, darum, ob sie dich langfristig erfüllen.

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Warum Perfektionisums schädlich für deine Karriere ist und was du dagegen tun kannst

„Irgendwo in der Excel Tabelle könnte sich noch ein Fehler verstecken. Ich sollte erst sicher sein, dass alles richtig ist, bevor ich es zur Durchsicht an meinen Chef weitergeben kann. Es wäre ganz schön peinlich, wenn jemand rausfindet, dass ich das eigentlich gar nicht kann“. An diese Gedanken kann ich mich noch gut erinnern. Sie stammen aus der Zeit, als ich ein Praktikum im internationalen Account Management bei einem großen Konzern gemacht habe und täglich mit rießigen Excel Tabellen voller Daten zu tun hatte. Im Nachhinein betrachtet habe ich einen schädlichen Perfektionismus an den Tag gelegt. Ich möchte Dir in diesem Artikel erklären, warum dieses Verhalten schädlich sein kann und wie du dich davon befrein kannst.

Was genau ist Perfektionismus eigentlich?

An dieser Stelle ist es wichtig zu verstehen: Bei Perfektionismus geht es nicht darum, gesunde Leistung und Wachstum zu erzielen. Ein gesundes inneres Streben fragt sich: „Wie kann ich mich verbessern?“ Perfektionismus hingegen ist nach außen gerichtet: „Wenn ich perfekt aussehe, wenn ich perfekte Arbeit leiste, dann werde ich gemocht“. Es geht also im Kern darum, Anerkennung und Bestätigung von außen zu erhalten. „Was werden die anderen denken?“ Im meinen oben genannten Beispiel wollte ich Bestätigung von meinem damaligen Chef für fehlerfreie Arbeit erhalten. Ich wollte Kritik vermeiden, falls ich einen Fehler machen sollte. Perfektionismus ruht also auch darin, unangenehme Gefühle wie Kritik, Beurteilung oder Scham entgehen zu wollen.

Doch wenn wir dieses Szneario weiterspinnen, lässt sich feststellen: Es wird immer Beurteilung oder Kritik geben, ganz egal wie viel „Mühe und Perfektion“ wir in eine Sache gesteckt haben. Das liegt darin, dass unser menschliches Gehirn automatisch Dinge bewertet und wir dieser Tatsache nicht entkommen können. Zudem ist Perfektion ansich eine Illusion. Es wird immer etwas geben, was in der Wahrnehmung anderer als „nicht perfekt“ aufgenommen werden kann. Wir können diese äußere Wahrnehmung nicht kontrollieren. Wer bestimmt schon, wann etwas perfekt ist?

Als Konsequenz von äußeren Bewertungen verstärkt sich der Perfektionismus Gedanke: Unweigerlich können wir Kritik und Tadel erhalten, egal wie viel Mühe wir uns geben. Der Gedanke, wir haben Kritik aufgrund unserer fehlenden Perfektion erhalten, ist ein Trugschluss, der uns dazu führt noch mehr im Außen zu sein. Noch mehr danach zu streben, keine Fehler zu machen und „perfekt zu sein“.

Die Folgen eines solchen Verhaltens sind vielfätig. Zum einen führt es zu Prokastination. Wir haben keine Lust Dinge zu Ende zu bringen, weil wir fürchten, es muss noch mal überarbeitet werden oder wir fangen gar nicht erst damit an, weil wir einen rießigen Berg an Arbeit sehen. Wir verbringen ewige Zeit an einer Aufgabe, die es möglicherweise gar nicht wert ist und fühlen uns gelähmt. Brené Brown, die über Verletzlichkeit forscht und dazu auch tolle Bücher geschrieben hat, belegt zudem, dass Perfektionismus unsere Kreativität unterbindet. Wenn wir uns vorranging an Details orientieren, setzt ein enger Tunnelblick ein. Dieser hindert uns daran, das Große Ganze im Blick zu behalten und somit einen offenen Blickwinkel zu halten.

Fehler sind für unseren Erfolg unentbehrlich

Die Angst vor Fehlern ist es, die den Perfektionismus nährt. Doch wer erfolgreich und erfüllt sein möchte, kommt an Fehlern gar nicht vorbei. Durch Fehler lernen wir und können uns weiterentwickeln. Durch sie entsteht wahres Wachstum. Man muss nicht von Anfang an wissen, wie alles fehlerfrei und richtig geht. Ein schönes Zitat dazu kommt von Dietrich Bonnhoefer und besagt:“Den größten Fehler, den man im Leben machen kann ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.“

„Alles hat Risse. Auf diese Weise tritt das Licht ein ein.“

Leonard Cohen (Musiker), The Future

Dieses Zitat beschreibt auf eine wundervolle Art, wie wir lernen können unserem Perfektionismus weniger Raum zu geben. Weg von der Einstellung „Was werden die Leute von mir denken“ hin zu „Ich akzeptiere meine Schwachstellen und bin mit ihnen gut genug“. Das schöne an der Natur ist doch, dass wir alle unterschiedlich sind und dass jeder Unzulänglichkeiten (Risse) hat. Ein alter Baum sieht deswegen so beeindruckend aus, weil er durch Wind und Wetter geformt wurde und dadurch auch seine Schönheitsfehler und Risse hat. Aber durch sie kann Licht strömen, das für den Baum und sein Wachstum unabdingbar ist.

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Warum „Arbeitssuchend“ auch ein Job ist

In unserer Gesellschaft findet die Identifikation noch sehr häufig über den Beruf statt: „Ich arbeite, also bin ich“. Zum Beispiel: Ich bin bei Unternehmen XYZ als Manager für XYZ eingestellt, also bin ich wertvoll“. In meiner Tätigkeit als XYZ beschäftige ich mich mit herausfordernder Arbeit, die Kunden brauchen mich, also bin ich wichtig. Wer dann gewollt oder ungewollt seinen Beruf verliert, findet sich häufig in einer Sinnkrise wieder. Es fehlt eine sinnvolle Beschäftigung, bei der man sich selbst zum Ausdruck bringen kann und dafür Anerkennung erhält. Als Konsequenz wertet man sich selbst ab, eine Bestätigung von außen fehlt. Hinzu kommt, dass auch das Umfeld manchmal Personen abwertet, wenn sie keiner regelmäßigen Arbeit mehr nachkommen.

Arbeitssuche zieht sich hin

Der Arbeitsmarkt wird sich in Zukunft noch flexibler und schnelllebiger gestalten. Deshalb wird es auch immer „normaler“ werden, eine gewisse Zeit arbeitssuchend zu sein. Hinzu kommt, dass immer häufiger psychische Erkrankungen wie Burn-Out oder Depression der Ausschlaggber für eine Arbeitslosigkeit sind. Dies muss erst umfassend behandelt werden, bevor ein Eintritt in den Arbeitsmarkt wieder möglich ist. Heutzutage nehmen sich auch viele Menschen eine vediente Auszeit zwischen zwei Jobs.
Doch wenn es dann wieder ans Bewerben geht, dauert es manchmal länger, als erhofft, bis einer neuer Job in Sicht ist. Woran liegt das?

Sei es als arbeitslose Person, oder mit dem Status „arbeitssuchend“ (noch im Job/Ende des Studiums und auf Arbeitssuche), es gibt keine feste Struktur, die einen Rahmen vorgibt: kein Arbeitgeber, der Ziele definiert. Keine fest eingeplanten Akquise Gespräche, keine Todos, die bis zu einer bestimmten Frist erledigt werden müssen. Kein Kollege, der zu Rate gezogen werden kann, kein Vorgesetzter, der über Unzuverlässigkeit, Unpünktlichkeit oder unzureichende Ergebnisse schimpfen kann. Die Verbindlichkeit besteht gegenüber keiner anderen Person, außer sich selbst. Sich selbst kann man leichter erzählen, dass die Party heute Abend wichtiger ist, als weitere potenzielle Arbeitgeber zu recherchieren.

Die Arbeitssuche als neuer Job

Wer sich mit dem Jobtitel „arbeitssuchend“ identifiziert, sieht es als seinen Job, einen passenden neuen Beruf zu ergreifen. Bricht man die Tätigkeiten eines Unternehmens herunter, so kann man als Arbeitssuchender ähnliche Überlegungen anstellen: Um zu überleben, muss ein Unternehmen genug zahlende Kunden gewinnen. Übertragen auf den Jobtitel „Arbeitssuchend“ sind das Zusagen für neue Stellen. Denn diese bezahlen den Lebensunterhalt einer Einzelperson.
Und um einen einzigen Kunden zu gewinnen, betreibt ein Unternehmen sehr viel Marketing und Vetrieb. Nicht jeder potenzielle Kunde, der angesprochen wird, kauft ein Produkt. Der Zeitaufwand kann enorm sein und sich über diverse Abteilungen und Kontaktpunkte strecken. Übertragen auf die Person eines Arbeitssuchenden heißt das: Wie viele Bewerbungen muss ich schreiben, um ein Vorstellungsgespräch und am Ende des Tages eine Zusage zu erhalten? Was sind die Tätigkeiten, die mich dabei unterstützen, Einladungen zu Vorstellungsgesprächen zu erhalten? Solche Tätigkeiten können dann in den Kalender eingetragen werden, um somit die fehlende Struktur herzustellen.

Zusammengefasst heißt das: In der Zukunft werden immer mehr Menschen mit einer Zeit als „Arbeitssuchender“ konfrontiert werden. Um dem Indetifikationsverlust entgegenzuwirken, hilft es, die Arbeitssuche als seinen Job anzusehen und voller Commitment für seinen Beruf zu beschreiten.

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Was wir von Einstein für den Umgang mit der Coronakrise lernen können

Neulich bin ich über eine Zitat Seite von Albert Einstein gestoßen und dachte: „Wow, so viele Weisheiten, die nicht nur Physik betreffen, sondern das ganze Leben!“ Zweifellos war Einstein ein sehr intelligenter Mann, der die Menschheit mit seinen Erfindungen und Erkentnissen zur Relativitätstheorie und Quantenphysik bedeutend voran brachte. Aber wir können von ihm nicht nur naturwissenschaftliche Dinge lernen, sondern auch den Umgang mit unserem Dasein in der aktuellen Zeit.

Die Corona Krise birgt für uns alle Herausforderungen: Viele Menschen haben ihren Job verloren, können oder dürfen nicht arbeiten oder sind in Kurzarbeit. Andere sitzen den ganzen Tag zuhause und haben das Gefühl, die Decke fällt ihnen auf Kopf. Es fehlt sozialer Kontakt, Abwechslung, häufig auch Sinn. Dann kommen noch Doppelbelastungen durch Kinderbetreuung und Homeschooling hinzu und natürlich die Unsicherheit: Wie soll das alles langfristig weitergehen?

Um den Umgang etwas zu erleichtern, möchte ich drei Impulse von Albert Einstein aufnehmen, von dem wir zweifelsohne viel lernen können:

„Der Sinn des Lebens besteht nicht darin ein erfolgreicher Mensch zu sein, sondern ein wertvoller.“


Diese Überzeugung gilt natürlich auch außerhalb Corona Zeiten, aber jetzt ganz besonders. Denn in unserer leistungsorientierten Gesellschaft messen immer noch viele Menschen ihren Wert an ihrem beruflichen Erfolg. Bricht der Job oder Aufträge weg, entfaltet sich bei vielen Menschen ein Gefühl, nutzlos zu sein. Es gibt keinen Arbeitgeber/Kunden mehr, der einen braucht. Man kann keine Aufgaben mehr efüllen, Ziele erreichen, Herausforderungen meistern.
„Wertvoll“ kann man in der aktuellen Zeit durch vieles sein: Forschen, um neue Erkentnisse zu gewinnen, Verantwortungsvoller Umgang mit Kontakten, für andere Menschen einkaufen gehen, Omas und Opas anrufen, Kinder betreuen. Was bedeutet wertvoll für dich? Gemessen an deiner Definition kannst du Tätigkeiten und Eigenschaften ableiten mit denen du „wertvoll durch die Krise gehst“.

„Es gibt nur zwei Arten zu leben. Entweder so als wäre nichts ein Wunder oder so als wäre alles ein Wunder.“


Das Coronavirus erinnert uns daran, dass wir sterblich sind. Auch wenn wir selbst vielleicht jung und fit sind, werden wir mit den täglichen Berichten über Coronaopfer mit dem Tod konfrontiert. Wir könnten übrigens auch sonst jeden Tag sterben, z.B. durch einen Unfall oder eine andere seltene Krankheit. Die Möglichkeit ist zu jeder Zeit gegeben. Das Virus erinnernt uns nur daran. Durch den Tod haben wir die Chance, das Leben als ein Geschenk zu sehen. Unser Körper mit seinem Immunsystem, seinem Herz-Kreislauf-System, der Fähigkeit zu sprechen, zu atmen und sich zu bewegen ist ein Wunder. Oft nehmen wir das als selbstverständlich wahr – doch ist das nicht wundervoll, was wir alles können?
Den Fokus auf die Wunder zu legen hilft auch an Tagen, an denen man denkt: „Heute war schon wieder alles gleich, langweililig“ das Besondere zu erkennen. Ein gutes Essen? Ein Kind, das laufen lernt? Die Dehnung beim Yoga, die man nun hinbekommt? Welche Wunder sind dir heute begegnet?

„Das Studium und allgemein das Streben nach Wahrheit und Schönheit ist ein Gebiet, auf dem wir das ganze Leben lang Kinder bleiben dürfen.“

Dieses Zitat würde ich frei übersetzen mit dem Grundsatz des lebenslangen Lernens. Welche Möglichkeiten bietet uns die gewonnene Zeit zuhause uns weiterzubilden? Da gibt es zum einen ein riesiges Angebot an E-learning Möglichkeiten zu verschiedensten Themen, Online Sport Kurse, DIY Anleitungen zum Masken nähen, Rezeptinspirationen, um sich die Zeit zu vetreiben. Es macht aber auf der anderen Seite auch Sinn, sich zu fragen, auf welchen Gebieten man sich jetzt strategisch Wissen aneigenen kann, z.B. für relevante Software, die zukunftsnah gebraucht wird.
Neben diesen „Hard Skills“ kann mab in der Stille aber auch viel über uns sich lernen: Sich selbst beobachten im Alltag- welche Gedanken gehen einem durch den Kopf? Wie funktioniert die Partnerschaft auf engem Raum? Welche Probleme hat man, seinen Tag zu strukturieren?

Wie interpretierst du die Zitate?
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